Mentoring ist grundsätzlich anders als Coaching

Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Wissen und Können. Wissen kann man sich aneignen, indem man liest, die Schule und Seminare besucht oder ein Studium absolviert. Dann weiß man zwar viel, aber meist kann man es nicht. Können erlangt man erst durch Tun. Können entsteht durch Erfahrung, und Erfahrung ist verarbeitetes (reflektiertes) Erleben.

Zu Vermittlung von Erfahrungen bietet sich Mentoring an. Es verlangt vom Mentor einen Erfahrungsvorsprung auf dem Gebiet, auf dem der Mentee zum Könner werden will. Deshalb kann ein Coach niemals Mentor sein (es sei denn, es geht um die Ausbildung eines Coachs).

Viele Coachs versuchen jedoch, sich und ihre Dienstleistung über den Begriff Mentoring anzubieten. Ähnliche Versuche unternehmen firmeninterne Personalentwickler. Das alles ist zum Scheitern verurteilt und auch für die Anbieter selbst problematisch. Näheres dazu findet sich in meinem Infobrief "Ideen - Tipps - Trends" vom Juni 2009. Ich beschreibe dort drei Grundfehler, die bei Mentoring immer wieder gemacht werden:

  • Die Bedeutung eigenen Erlebens für die Entwicklung des Mentees wird unterschätzt. Es werden nicht bewusst Erlebnisräume, sprich Bewährungssituationen, geschaffen, sondern eher versucht, direkt (verbal, schriftlich) zu vermitteln.
  • Der Mentor wird von außen geholt und verfügt nicht über ausreichende Erfahrungen im "Zielgebiet" des Mentees.
  • Mentoring wird top-down organisiert, indem den Mentees Mentoren zugeordnet, Formalien vorgegeben und Berichtswege festgelegt werden.

Und noch ein Punkt ist wichtig, wenn er auch Vielen weh tun mag:

Ein Mentor unter Fünfzig ist nur sehr eingeschränkt tauglich.
Er hat nämlich einfach noch nicht genug breit angelegte, eigene Erfahrung.

Kommentare

Ein Mentor unter Fünfzig ist nur sehr eingeschränkt tauglich.
->Das geht mir runter wie Öl, ein Glück das ich ein alter Sack bin.

->Ein Coach kann kein Mentor sein....
Meiner Meinung nach kommt es auf den Hut (Rolle) an. Ich gehe mit Ihnen einig das der Mentor dem Mentee aus seiner Erfahrung heraus Hilfe bringt.
Deshalb finde ich eine Coachausbildung in späteren Jahren, aufgebaut auf eine langjährige Berufstätigkeit oder Ingenieurstudium wegweisend.

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