Das Zusammenführen von Organisationen ist ein langer Prozess

Die Verträge sind gemacht ...

Mit dieser Zeile beginnt ein bekannter Song von Marius Müller-Westerhagen. Damit endet allerdings auch oft der Zusammenschluss, die Übernahme oder die Fusion von Unternehmen. Für die Unternehmensstrategen und die Experten für Mergers & Acquisitions ist damit der Hauptteil der Arbeit erledigt.

Die eigentliche Arbeit geht hier aber erst los! Es muss nämlich tatsächlich zusammen wachsen, was vom Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung an zusammen gehört. Bei den meisten Unternehmen kommt jetzt die Phase der Information, sowohl nach außen als auch nach innen, in Richtung der Mitarbeiter. Parallel dazu werden, falls das nicht schon vorher hinter verschlossenen Türen gemacht wurde, die neuen Organigramme gemalt. Mit anderen Worten: Die Macht wird verteilt. Und dann? Dann ist es meistens schon genug. Manchmal werden noch einzelne Führungsmitglieder mit Umsetzungsaufgaben betraut, vielleicht gibt es auch noch Kennenlern- und Teambildungsmeetings. Aber das muss nun wirklich reichen und alle gehen wieder zur Tagesordnung über.

Auf der Arbeitsebene der Unternehmen, und das ist ja eigentlich die wichtigste, ist allerdings bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel angekommen, von dem Neuen, Tollen, von der Synergie und all den anderen wunderbaren Effekten des Zusammenschlusses zweier Unternehmen. Dort überwiegen die Unklarheiten. Und aus diesen entstehen Abwehrhaltungen und Misstrauen. Initiative zur Gestaltung der neuen Chancen können auf einem solchen Boden nicht gedeihen. Und so vergeben sich die meisten Unternehmen eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten. Diese kann man erschließen, wenn die Mitarbeiter die Freiheit des Gestaltens, die Freiheit des Mitarbeitens an dem neuen Unternehmen erhalten. Das aber will professionell inszeniert sein. So könnte man dabei vorgehen.

Was man dann noch benötigt, ist Zeit. Denn ein Zusammenwachsen ist nicht die Sache von Tagen oder Einzelaktionen. Es hat zu tun mit dem Denken und Fühlen der betroffenen Menschen, mit deren Haltungen und Wertvorstellungen. Und das alles entwickelzt sich nur langsam. Aber das Investment lohnt sich, denn am Ende steht wirklich ein Unternehmen, dass von vielen unterschiedlichen Menschen gemeinsam getragen wird.

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